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Förderung musikalischer Bildung durch Kooperation und Vernetzung

Die Projekte „Mein Lehrer singt", "Lehrer singen, Kinder klingen“ und „Chorklassen an Grundschulen“ werden vom „Netzwerk Musik in Bayern“ unter dem Dach des Bayerischen Musikrats koordiniert. „Lehrer singen, Kinder klingen“ und „Chorklassen an Grundschulen“ sind Teil einer Gesamtkonzeption, um Kindern im Grundschulbereich eine möglichst breite musikalische Basisbildung zu ermöglichen, worauf jede weitere Art musikalischer Betätigung aufbauen kann. Dazu zählen u.a. verstärkt Kooperationen mit Institutionen und Verbänden des Musiklebens, um die Kinder auch an Instrumente und an das klassische Konzertleben heranzuführen.



Mein Lehrer singt
Ausgangspunkt für das Projekt „Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ bildet eine Initiative des Chorverbands Bayerisch-Schwaben. Um wieder bei den Kindern das Interesse am Singen zu wecken, initiierte der Verband 2007 die Fortbildung „Mein Lehrer singt“.  In dieser eintägigen Fortbildung erhielten Grundschullehrer geeignetes Material zum Singen mit Kindern und erlernten praxisnahe Methoden zur Umsetzung von kreativen Sing- und Spielliedern im Musikunterricht an Grundschulen. Ausgearbeitet und geleitet vom Musikpädagogen Helmut Maschke erreichte der Verband mit dieser Fortbildung im Schuljahr 2007/2008 über 400 Lehrer aus den knapp 370 Grundschulen im Regierungsbezirk Schwaben. Im Schuljahr 2008/2009 wurde diese Fortbildung mit dem Thema „Musikprojekttag“ angeboten. Wie schon beim ersten Durchlauf wurde der Fortbildungstag im jeweiligen Schulamtsbezirk angesetzt und erfuhr die gleiche große Resonanz.

Der Chorverband Bayerisch-Schwaben trägt zu 100 % die Kosten der Fortbildung „Mein Lehrer singt“. Projektpartner ist die Regierung von Schwaben. Sie fungiert hier als entscheidender Förderer, indem sie  Empfehlungen für diese Fortbildung ausspricht und die Lehrer am Fortbildungstag vom Unterricht frei stellt.


Lehrer singen, Kinder klingen
„Unsere Kinder haben heute kaum noch Gelegenheit, ihre eigene Stimme als Instrument zu entdecken. In ihren Familien wird kaum noch gesungen, im Kindergarten erfolgt dies noch zu häufig ohne fachlich fundierte Anleitung. Und der bedauerliche Normalfall an einer Grundschule ist, dass dort 70 Prozent der Lehrer zum Musikunterricht eingeteilt werden, ohne jemals zuvor eine Musikstunde gehalten zu haben“, sagt Karl Zepnik, Gesangspädagoge und künstlerischer Leiter der Musikakademie Marktoberdorf. Um diesem aus seiner Sicht eindeutig im Ausbildungsprofil begründeten Problem Abhilfe zu schaffen und um wirklich jedes Kind zu erreichen, entwickelte er den Lehrgang „Lehrer singen, Kinder klingen“ für Grundschullehrer. Zum Schuljahr 2007/2008 startete der Kurs. An 20 Seminartagen, verteilt über zwei Schuljahre, lernten 42 Lehrer aus dem Regierungsbezirk Schwaben den natürlichen Umgang mit der eigenen Stimme und mit der Kinderstimme.

Zu den wesentlichen Fortbildungsinhalten zählen Erwachsenenstimmbildung, altersgemäße Literaturauswahl, Grundlagen der Hörschulung und Hörerziehung sowie die Vermittlung stimmphysiologisch richtiger Einsing- und Vorsingtechniken, damit sich die Kinderstimme gesund und natürlich entwickeln kann und die Kinder verstärkt Freude am Singen gewinnen. Alle Fortbildungsinhalte sind darauf angelegt, die Teilnehmer zur Entwicklung und Pflege der natürlichen Kinderstimme in Sing- und Spielkreisen und in Chören zu befähigen. Die Vermittlung erfolgt im Plenum und in Kleingruppen durch bundesweit tätige, in ihrem Fachgebiet anerkannte Dozenten.

Nach erfolgreichem Abschluss dieser Ausbildung erwirbt der Grundschullehrer die Befähigung zur Leitung von Chorklassen.

Zum Schuljahr 2008/2009 startete ein weiterer Kurs mit 30 Grundschullehrern/innen aus dem Regierungsbezirk Schwaben.

Projektpartner der Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“ sind das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Regierung von Schwaben, die Bayerische Musikakademie Marktoberdorf, die Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks, der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen und das „Netzwerk Musik in Bayern“ der Bayerischen Musikrat Projekt GmbH.


Chorklassen
Das Projekt „Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ erprobt vertieftes Singen im Musikunterricht in der 1. und 2. Klasse mit dem Ziel einer breiten musikalischen Bildung für jedes Kind. „Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ vermitteln in enger Anbindung an die Stimme Grundlagen der Musikerziehung, worauf jede weitere musische Betätigung wie das Erlernen eines Instruments und das Spiel in Ensembles im aufbauenden Sinne unmittelbar anknüpfen kann.

Die modellhafte Erprobung des Projekts „Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ erfolgt im Regierungsbezirk Schwaben und umfasst die Ausweitung des regulären Musikunterrichts in der 1. und 2. Klasse Grundschule von 2 auf 4 Stunden pro Woche mit dem Ziel des vertieften Singens. 2008 bewilligte das Staatsministerium für Unterricht und Kultus dieses Projekt für 20 Klassen an Grundschulen im Regierungsbezirk Schwaben.

Zum Schuljahr 2008/2009 starteten die ersten Chorklassen in Markt Rettenbach und in Marktoberdorf. Zum Schuljahr 2009/2010 und zum Schuljahr 2010/2011 starten jeweils weitere 9 Chorklassen an Grundschulen im Regierungsbezirk Schwaben. Mit dem Chorklassen-Start 2009/2010 wird im Rahmen einer Evaluation unter der Federführung von Prof. Dr. Bernhard Hoffmann von der Universität Regensburg ermittelt, welche konkreten Auswirkungen auf Lehrer und Schüler das vertiefte Singen in Chorklassen hat.


Gezielte musikalische Basisausbildung in der Grundschule ermöglicht jede Form des Aufbaus und der Erweiterung (Modell oben zum Download)
 
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