Gute Chancen für Bayerns Chöre beim 8. DCW 2010 in Dortmund
03.12.200914 Chöre aus Bayern treten beim Deutschen Chorwettbewerb (DCW) vom 12. - 16. Mai 2010 in Dortmund an. Dies hat der Beirat Chor des Deutschen Chorwettbewerbs mitgeteilt. Damit sind aus Bayern alle Kategoriesieger mit mindestens 21 Punkten am Start, sowie alle Chöre, die von den Juroren des Bayerischen Chorwettbewerbs aufgrund ihrer hervorragenden Ergebnisse bereits eine Option zur Weiterleitung erhalten hatten. „Und das mit besten Chancen, sich auch in Dortmund, wenn nicht sogar an der Spitze, so doch im vorderen Bereich zu positionieren“, so Karl Zepnik, Juryvorsitzender des Bayerischen Chorwettbewerbs.
Allein mit der Beteiligung von 60 Chören am Landeswettbewerb habe Bayern im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition eingenommen. Außerdem habe es in den Kategorien A (gemischte Chöre) und G1 (Jazz-vokal et cetera a cappella) noch nie so viele gute Chöre gegeben. Zepnik: „Da tut es fast weh, dass man nur einen Chor weiterschicken kann“.
Mit guten Chancen für die bayerischen Chöre im bundesweiten Vergleich rechnet Zepnik auch, da sich Bayern anders als andere Bundesländer bei der Ausschreibung und Bewertung streng an die Vorgaben des Deutschen Chorwettbewerbs gehalten hat. Zepnik: „Der Chorwettbewerb auf Landesebene ist vor allem ein Vorentscheid für die bundesweite Teilnahme. Und wenn wir da nicht mit gleichem Maß messen, passiert es, dass ein auf Länderebene mit besten Ergebnissen gefeierter Chor auf Bundesebene ganz hinten landet. Diese Enttäuschung wollen wir unseren Chören ersparen.“
Erstmalig seit Durchführung des Bayerischen Chorwettbewerbs fand dieses Ereignis an einem Wochenende statt und in den Räumen des Bayerischen Rundfunks. Allein der Ort gab den Chören einen zusätzlichen Motivationsschub, so die Beobachtung des Juryvorsitzenden: „Und wir sind sehr froh, schon jetzt die Zusage zu haben, dass wir auch den nächsten Bayerischen Chorwettbewerb im Bayerischen Rundfunk ausrichten dürfen.“
Die erstmalige Ausrichtung des gesamten Wettbewerbs an einem Wochenende ermöglichte den Teilnehmern auch, andere Chöre zu hören. Zepnik: „Natürlich tritt man beim Wettbewerb an, um zu gewinnen. Aber jenseits des 1.Platzes profitiert jeder Chor von seiner Teilnahme in verschiedenen Bereichen.“ Das beginne schon in der Vorbereitungsphase mit einer gesteigerten Chordisziplin und intensiven Probenarbeit, das stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander enorm und das Selbstbewusstsein des Chores. Außerdem lerne man viel beim Zuhören der anderen. Zepnik: „Ewas im ersten Moment oft auch nicht so eingeschätzt wird, ist die Beurteilung. „Mit Erfolg“ beziehungsweise „mit großem Erfolg“ teilgenommen ist tatsächlich wörtlich zu verstehen. Das ist ein Prädikat, das nicht jeder erreicht. Dazu muss man wirklich gute Leistungen bringen und damit darf sich jeder Chor und jeder Dirigent ausgezeichnet fühlen.“
Statt nun wieder in den alten Trott zu fallen empfiehlt Zepnik, schon jetzt mit den Vorbereitungen zu beginnen. Zepnik: „Das ist wie im Fußball: vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Und auch bei Chorwettbewerben gibt es ja verschiedene Ligen. Da sollte man jetzt weiter schauen und mindestens alle 2 Jahre sich mit anderen messen, um zu wissen, wo stehe ich, wo will ich hin.“
Bereits auf den nächsten Wettbewerb schauen bereits auch Karl Zepnik und das Organisationsteam. Zepnik: „Erstmalig hat Andeas Horber in seiner Funktion als Leiter des Referats Laienmusik im Bayerischen Musikrat die gesamte Organisation geleistet. Er hat dies, unterstützt von seiner Mitarbeiterin Sandra Maier, bestens bewältigt. Nun arbeiten wir daran, wie wir den Wettbewerb ausbauen können. Auf jeden Fall soll beim nächsten Wettbewerb für jeden Chor ein Beratungsgespräch möglich sein, außerdem denken wir über Fortbildungsprogramme nach, um die Dirigenten schon im Vorfeld dafür zu sensibilisieren, worauf es beim Wettbewerb ankommt.“
Folgende Chöre (nach Kategorien aufgeführt) nehmen am 8. Deutschen Chorwettbewerb 2010 in Dortmund teil:
Kategorie A 1 - Gemischte Chöre 16 - 40 Mitwirkende: Ars Antiqua Aschaffenburg, Ltg. Stefan Claas; Vokalensemble Cantabile Regensburg, Ltg. Matthias Beckert
Kategorie A 2 - Gemischte Chöre ab 41 Mitwirkenden: Via nova chor München, Ltg. Florian Helgath; Monteverdichor Würzburg, Ltg. Matthias Beckert
Kategorie B 1 - Frauenchöre 16 - 40 Mitwirkende: Die kleine Kantorey - Berufsfachschule für Musik, Ltg. Burkhart M. Schürmann; "La Gioia", Ltg. Sigrid Weigl
Kategorie D 2 - Mädchenchöre/Jugendchöre - gleiche Stimmen/Altersbegrenzung 13 -22 Jahre: Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums, Ltg. Philipp Barth
Kategorie G 1 - Jazz-vokal et cetera - a cappella: Don Camillo Chor, Ltg. Florian Helgath; Jazzchor Würzburg, Ltg. Martin Platz
Kategorie G 2 - Jazz-vokal et cetera - mit Begleitung: Choralle, Ltg. Dieter Weidemann; Singin´Off Beats, Ltg. Klaus Gramß
Kategorie H 1 - Vokalensemble, 4 bis 12 Mitwirkende: schwesterhochfünf, Ltg. Cordula Tschuschke
Kategorie H 2 - Vokalensemble, Jazz-vokal et cetera: MezzoMixed, Ltg. Gabriele Unterholzner; Mundwerk A Capella Ensemble, Ltg. Jens Ickert
Mitglieder der Jury des 8. Bayerischen Chorwettbewerbs waren:
Alfred Schulze-Aulenkamp (Gelsenkirchen), Anton Rosner (Gauting), Bernhard Hassler (Claußen), Bine Becker-Beck (Willich), Friedhilde Trüün (Tübingen), Gunter Conrad (Regensburg), Judith Janssen (Schifferstadt), Linus Kasten (Oldenburg), Matthias Becker (Ober-Mörlen), Matthias Keller (München), Prof. em. Kurt Suttner (Friedberg), Stefan Kalmer (München) und Willi Staud, Marktoberdorf.
Alle vier Jahre lädt der Bayerische Musikrat zum Bayerischen Chorwettbewerb. Bei diesem Wettbewerb der Amateurchöre stehen Leistungsvergleich, Austausch und Begegnung im Vordergrund dieses Ereignisses. Gleichzeitig dient der Wettbewerb zur Qualifikation zum Deutschen Chorwettbewerb. Die Weiterleitung erhält, wer in seiner Kategorie mindestens 21 Punkte erzielt und den 1. Platz belegt.