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Musik ist Nebenfach, aber nie Nebensache

20.06.2011

Musikausübung schult nicht nur geistige, emotionale und soziale Fähigkeiten, sie bereichert auch das Leben in vielfältiger Weise, wenn Kindern möglichst früh und in geeigneter Form der Zugang ermöglicht wird. Jungen Menschen dies mit Erfolg und Nachhaltigkeit zu vermitteln, ist die Aufgabe fachlich kompetenter und entsprechend gut ausgebildeter Musiklehrer.


Um die Rahmenbedingungen der bayerischen Musiklehrerbildung zu verbessern, veranstaltete der „Arbeitskreis der Musikdidaktiker an den bayerischen Musikhochschulen und Universitäten“ in Kooperation mit dem Bayerischen Musikrat am 8. Juni 2011 eine Präsentation im Maximilianeum. Eingeladen waren Politiker aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien sowie Vertreter der Presse.

Die zehn bayerischen Standorte der Musiklehrerbildung unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Hörmann (Universität Bamberg) informierten über Studienangebote und Tätigkeitsschwerpunkte und präsentierten Fakten, Fehlbestände und Forderungen ihres Faches in anschaulicher und anhörbarer Form: Videopräsentationen und Poster und ein übersichtlicher Flyer unterstrichen die Anliegen ebenso wie witzig arrangierte Chorstücke von Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität München und Schülern der Volksschule Obing, ergänzt durch das Instrumentalsensemble „Musica Leggera“ der LMU.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm und mit ihr zahlreiche Abgeordnete verfolgten die anschließende Diskussion mit den Parlamentariern Eduard Nöth (CSU), Brigitte Meyer (FDP), Volkmar Halbleib (SPD) und Eva Gottstein (Freie Wähler),  in der die Hochschulprofessoren ihre Themen präzise erläutern konnten. Vorrangige Punkte waren u.a.
  • steigende Studentenzahlen bei gleichbleibender Mittelzuweisung,
  • zu wenig musikpraktischer Unterricht und
  • die Notwendigkeit einer Festlegung von Mindeststandards für die musikpraktische Ausbildung der Studierenden
  • die Mittelverteilung innerhalb der Universitäten und Musikhochschulen,
  • der Stellenwert des Faches, die notwendige Qualifizierung der Grundschullehrer ohne Haupt- oder Nebenfach-Ausbildung im Bereich der Musik sowie
  • ein verbesserter Einsatz der speziell im Bereich der Musik und ihrer Vermittlung ausgebildeten Lehrkräfte insbesondere an Grundschulen.
In der Wertschätzung der musikalischen Bildung einig und voll des Lobes für die anschauliche und informative Veranstaltung, waren die Diskussionsteilnehmer bereit, sich in ihrer politischen Arbeit für die vorgebrachten Anliegen der Musikpädagogik einzusetzen.

BMR-Präsident Dr. Thomas Goppel fasste in seinem Schlusswort die wesentlichen Desiderate zusammen und versprach, eine Konferenz mit Fachvertretern und Hochschulleitungen zu organisieren. Abschließend hielt er fest: „Musik ist vielleicht Nebenfach, aber nie Nebensache.“

Podcast zum Nachhören: Musikunterricht im Diskurs - Präsentation im Bayerischen Landtag - 10.06.2011
www.br-online.de/podcast/mp3-download/br-klassik/mp3-download-podcast-klassik-aktuell.shtml
Landtagspräsidentin Barbara Stamm spricht zu den geladenen Gästen.
 
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