Gold für den Orchesterminister
19.03.2009Noch vor einem Jahr heftete Thomas Goppel als amtierender bayerischer Kunstminister dem Chefdirigent Jonathan Nott die goldene Ehrennadel der „Freunde der Bamberger Symphoniker“ an das Revers. Nun war er der Ausgezeichnete. Helmuth Jungbauer, Vorstandsmitglied des Fördervereins, überreichte Nadel und Urkunde in einem Festakt im Hotel Residenzschloss im Kreis ausgewählter Gäste aus Freundeskreis, Kultur, Politik und Orchester.
In seiner Laudatio würdigte Jungbauer Thomas Goppels zielgerichtetes Wirken an der Zukunftssicherung dieses Spitzenensembles, was den Staatsminister zu einem „Orchesterminister“ gemacht habe. 2003, als bundesweit „viele kulturelle Institutionen einem allgemeinen Sparzwang geopfert wurden“, habe Thomas Goppel als „herausragender bayerischer Kulturpolitiker im Landtag“ maßgeblich am einstimmigen Beschluss des Bayerischen Landtags der Rechtsform einer „Stiftung kraft Gesetzes“ für die Bamberger Symphoniker und der gleichzeitigen Zuerkennung des Prädikats „Bayerische Staatsphilharmonie“ mitgewirkt, so Jungbauer, und damit „die Bamberger Symphoniker auf eine solide wirtschaftliche Basis“ gestellt.
Als Staatsminister und Vorsitzender des Stiftungskuratoriums steuerte Goppel die Geschicke der Bamberger Symphoniker dann nicht nach „routinemäßiger Ministerpflicht“ sondern als „tief sitzendes Herzensanliegen“. Jungbauer nannte hierzu mehrere Beispiele, die „immer auf den großen Entwurf ausgerichtet waren“, zuletzt Goppels Einsatz für die Erweiterung und Modernisierung der Bamberger Konzert- und Kongresshalle, der Spielstätte des Orchesters. Mit viel Applaus bestätigten die Festgäste Jungbauers Fazit: Thomas Goppel ist für die Bamberger Symphoniker „ein Glücksfall“.
Intendant Wolfgang Fink fügte in seinem Glückwunsch stellvertretend für das Orchester hinzu, man könne nicht oft genug herausstellen, dass Goppel als Staatsminister die Kultur im Lande in beispielhafter Form gefördert und geschützt habe. Das sei keineswegs selbstverständlich, zumal sich Kulturpolitiker dieses Formats oft genug harscher Kritik nicht nur aus den Reihen der Opposition, sondern auch von Seiten der Öffentlichkeit stellen müssten. Erfolge stellten sich demnach nur ein, so Fink weiter, wenn Menschen wie Thomas Goppel sich „sowohl mit Sachverstand wie Herzblut der Sache widmeten“.
In seiner Dankesrede zeichnete Thomas Goppel die bis in die Gründungszeit des Orchesters reichende Verbundenheit der Familie Goppel mit den Bamberger Symphonikern nach. So standen für seinen Vater in den Jahren seiner Ministerpräsidentschaft „die Bamberger Symphoniker stellvertretend für alles, was an musikalischer Kultur in Bayern war“. Das habe ihn geprägt. „Den Bambergern als Perle einer Kette“ wolle er auch in Zukunft „mit Leidenschaft und Freude auf den Fersen und auf der Spur bleiben“. Neben den drei in München angesiedelten Spitzenorchestern und dem Bayerischen Landesjugendorchester als Inbegriff von „Perfektion, nicht endender Begeisterung und Aufbruchstimmung“ sind die Bamberger Symphoniker, so Goppels Auftrag, als „Orchester der Leidenschaft“ eines „der fünf bayerischen ganz großen Orchester, die in ihrer Unterschiedlichkeit auch in der Zukunft ihre Qualität nachzuweisen haben“.
Die „Freunde der Bamberger Symphoniker“ sind mit über 1200 Mitgliedern
eine der größten privaten Kulturfördereinrichtungen in Bayern. Ihren Einsatz für das Orchester sehen sie in der ideellen und finanziellen Unterstützung.
Die Goldene Ehrennadel hat der Verein der Freunde der Bamberger Symphoniker 2007 zu seinem 25-jährigen Jubiläum erstmals verliehen. Bisherige Träger sind die Gründungsväter des Vereins, Edgar Sitzmann und Heinz Kretschmar, Bambergs Altoberbürgermeister Paul Röhner, der ehemalige Intendant Rolf Beck sowie der Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott.