Eine unverzichtbare Stimme der Musik in Bayern
15.03.2011Zum 70. Geburtstag gratuliert der Bayerische Musikrat seinem ehemaligen Präsidenten.
Von 2005 bis 2008 stand Wilfried Hiller an der Spitze von Bayerns größter
Musikorganisation. In seinen drei Amtsjahren setzte er die Akzente seines Wirkens in den
vier Bereichen, in welchen er selbst professionell unterwegs war: als Komponist, als
Redakteur, als Pädagoge und als Netzwerker.
In enger Kooperation mit seinem langjährigen Arbeitgeber, dem Bayerischen Rundfunk,
thematisierte er auf der Arbeitstagung des Bayerischen Musikrats 2007 „Musikbezogene
Medienpädagogik und Medienpräsenz“ mit dem Fokus auf musikalische Bildung durch
Musikvermittlung und Medienarbeit und brachte die führenden Pressevertreter dieser
Bereiche an den runden Tisch.
Das 30-jährige Jubiläum des Bayerischen Musikrats im selben Jahr nutzte Hiller durch die Einbeziehung von jungen Nachwuchskünstlern im Profibereich und von professionellen Laien zu einer beeindruckenden Bühne der Präsentation der vielfältigen und vor allem hochkarätigen Musikkultur in Bayern. So traten neben der jungen Pianistin Valentina Babor, der Staatspreisträgerin für Musik im Fachbereich Schlagzeug, Dessi Slava Kepenerova, und dem Vokalsextett „die Singphoniker“ auch der Carl Orff-Chor Marktoberdorf, die Bayerische Singakademie, das Jugendblasorchester Stadt Stein, die Gruppe „Etna“ aus dem Landes-Jugendjazzorchester Bayern sowie die Rockband „Einshoch6“ auf.
Überzeugt davon, dass "Musik schon früh im Leben der Familien einen Platz finden soll,
damit die Freude an klassischer Musik nichts Fremdes ist, sondern unser tägliches
akustisches Brot", initiierte er 2008 eine Konzertreihe für Schwangere in der Bayerischen
Akademie der Schönen Künste und vergab einen Kompositionsauftrag an Eva
Sindichakis, einer ehemalige Studentin aus seiner Zeit als Kompositionslehrer am
Richard-Strauß-Konservatorium in München. Sindichakis Werk „Veitstanz“ für Solovioline,
gemischten Chor und Gläser wurde vom Carl-Orff-Chor Marktoberdorf noch im selben Jahr uraufgeführt und vom Rundfunk ausgestrahlt.
Nicht nur auf diese Weise förderte der Impuls-Geber Wilfried Hiller das Bewusstsein für
Neue Musik und neue Klänge. Mit seinem Auftragswerk „Die Himmelsscheibe von Nebra“
für gemischten Chor und zwei Ambosse, im Oktober 2007 vom Deutschen
Jugendkammerchor unter der Leitung von Karl Zepnik in der Wieskirche in Steingarden
im Rahmen der „ChorVision“ uraufgeführt, vermittelte der Komponist einem breiten
Publikum moderate zeitgemäße Klangwelten.