Beispielhaft für Kultur und Bildung
08.01.2011Der Bayerische Musikrat trauert um Richard Wiedamann, den Gründer und Leiter des Bayerischen Jazzinstituts und Initiator der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Bayern. Er erlag am Dreikönigstag einem Krebsleiden. Mit Richard Wiedamann verlieren die Bayerische Jazzszene und die Musikwelt in Deutschland einen einzigartigen Motor, Mentor und Gestalter.
Zur Musik kam er eher zufällig. Am 14.Mai 1932 in Regensburg geboren, übernahm der Spross einer Zinngießer-Dynastie zunächst den familieneigenen Betrieb. 1975 verkaufte er die Produktion und widmete sich künftig nur noch seiner Profession als Musiker, Komponist und Kulturvermittler.
Schon Jahre vor diesem endgültigen Entschluss ging in „seinem Keller nebenan“ bei Jazz-Sessions die Post ab. Den Ausschlag dafür hatte 1952 ein Konzert mit Louis Armstrong gegeben. Zunächst setzte sich Wiedamann als Jazzreferent der Musikalischen Jugend Deutschlands für den musikalischen Nachwuchs ein. Er baute die Städtische Sing- und Musikschule Regensburg auf, verlieh ihr als langjähriger Leiter ein eigenes Profil und begründete schließlich die Bayerischen Jazz-Weekends, das Landes-Jugendjazzorchester Bayern und die Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Bayern.
„Sein Wirken als Ideen- und Ratgeber, als Macher und Mentor, als Sammler und Archivar, als Organisator und Networker hat die Präsenz und Rezeption des Jazz in Bayern wesentlich und nachhaltig geprägt und beeinflusst“, unterstreicht Irmgard Schmid, Generalsekretärin des Bayerischen Musikrats. „Dabei stand stets gleichermaßen auch der musikalische Nachwuchs im Zentrum seiner Aktivitäten, den er kenntnisreich, aber auch kritisch förderte, beriet und begleitete: die Weitergabe war ihm stets genauso wichtig wie die Musik selbst.“
Sein herausragendes Engagement und seine Verdienste wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Kulturförderpreis und der Kulturpreis der Stadt Regensburg, der Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz, die Carl-Orff-Medaille, die Medaille „Pro Meritis“ und das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Mit Richard Wiedamann verlässt die Musikwelt eine Persönlichkeit, die sich in beispielhafter Weise mit Energie und Überzeugung für Kultur und Bildung eingesetzt hat. Der Bayerische Musikrat wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.