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Studenten aus St. Petersburg zur International Summer Academy for Young Artists angekommen

02.07.2008

Seit Beginn der International Summer Academy for Young Artists an der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf kommen jedes Jahr Studenten des Rimsky Korsakov Konservatoriums St. Petersburg nach Marktoberdorf.


Das Rimsky Korsakov Konservatorium in St. Petersburg

Es ist neben der Moskauer Musikhochschule das angesehenste Konservatorium Russlands. 1862 gegründet studierten dort Größen wie Peter Tschaikowski, Sergei Prokofjew und Dimitri Schostakowitsch. Der Namensgeber Nikolai Rimsky Korsakov zählte zu den ersten Dozenten der Musikhochschule. Doch die glanzvollen Zeiten des Hauses sind vorbei. Das soll nicht heißen, dass die Qualität der Ausbildung schlecht ist. Im Gegenteil, die Lehrer und Professoren arbeiten mit hohem Engagement und versuchen dadurch die suboptimalen Bedingungen zu kompensieren. Aber die finanziellen Mittel, die das staatliche Konservatorium erhält, reichen nicht aus. Das Gebäude ist marode, die sanitären Anlagen renovierungsbedürftig ebenso wie Küche und Zimmer. Die rund 1500 Studenten müssen oft in ungeheizten Räumen üben, die Instrumente sind alt und manche kaum noch bespielbar.

Die neuen Auserwählten

Dieses Jahr kommen 21 Schüler aus St. Petersburg nach Marktoberdorf. Ihr Aufenthalt hier wird zum Teil durch Stipendien finanziert. Die Bayerische Musikakademie Marktoberdorf und die Gartow-Stiftung Hamburg, die sich eigens zur Unterstützung und Erhalt des Petersburger Konservatoriums vor rund 10 Jahren gründete, vergeben Plätze. Aber auch Spendeninitiativen aus dem Allgäu wie z. B. die Rotary Clubs Marktoberdorf, Kempten und Memmingen und der Lions Club Schongau finanzieren Studienbeihilfen. Für die Auserwählten aus St. Petersburg ein ganz besonderes Erlebnis: hier können sie ungestört und vor allem unbeschwert arbeiten. Ausgezeichnete Dozenten stehen zur Verfügung, die Akademie bietet optimale Probenbedingungen, die Umgebung ist reizvoll. Für die meisten ist es der erste Aufenthalt im Ausland, oft wirken sie schüchtern fast überfordert von den vielen Eindrücken. Doch der Meisterkurs ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung. Hier haben sie neben der Weiterbildung auch die Möglichkeit Kontakte mit anderen Dozenten und deren Hochschulen zu knüpfen, sich zu empfehlen und vor allem auch andere junge Künstler kennenzulernen.
Von der technische Perfektion zur Profession

Was die russischen Teilnehmer auszeichnet, ist die hohe technische Perfektion ihres Spiels. Sie beeindrucken mit Fingerfertigkeit und Präzision, sind Meister schwieriger Passagen und Tonfolgen. Kombinieren sie dazu noch Gefühl und Leidenschaft werden daraus unvergessliche Auftritte. Violetta Khachikian hat es im letzten Meisterkurs bewiesen. Sie reifte zu einer bemerkenswerten Pianistin und begeisterte das Publikum bei den Konzerten im ganzen Allgäu. Dieses Jahr wird sie zum letzten Mal an der International Summer Academy for Young Artists teilnehmen. Nun entscheidet es sich, ob sich ihr jahrelanges üben, studieren und konzentrieren auf die Musik auch beruflich auszahlt, ob sie von ihrer Passion leben kann. Es ist ein harter Kampf um die begehrten festen Anstellungen bei Orchestern und Opernhäuser. Die Träume von einer Solokarriere sind eh schon längst begraben. Zu gering ist die Wahrscheinlichkeit sich aus der Masse der vielen hervorragenden Musiker hervorzuheben. Letztendlich spielt auch hier der Zufall und das Glück eine große Rolle. Aber dass soll die jungen Musiker der International Summer Academy for Young Artists die nächsten Tage nicht belasten. Hier werden sie alle auf der Bühne stehen, ihr Können zeigen und mit ihrem jugendlichen Charme und ihrer Spielfreude das Publikum begeistern.

Alle Informationen zum Meisterkurs und den Konzerten unter www.modakademie.de oder Telefon 08342-9618-0.
glücklich angekommen
Violetta Khachikian
 
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