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Tagung und Chorklassentreffen stoßen bundesweit auf Interesse

04.07.2011

Singen in der Grundschule ist wieder ein aktuelles Thema. Bundesweit gibt es verschiedene Modelle. Im Regierungsbezirk Schwaben hat das Netzwerk Musik in Bayern unter dem Dach des Bayerischen Musikrats in Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium sein eigenes Modell entwickelt: Chorklassen an Grundschulen. Dass dies ein voller Erfolg ist, erlebten Gäste aus Kultur und Politik zur Tagung „Musik an Grundschulen“ am 30. Juni und 1. Juli in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf.


Vertreter aus Kultusministerien und Schulbehörden aus Baden-Württemberg und Niedersachsen, sowie Oberfranken, Mittelfranken und Oberbayern kamen zwei Tage nach Marktoberdorf, um in Vorträgen, in Gesprächen mit angehenden Chorklassenlehrern sowie mit dem Besuch des Chorklassentreffens einen unmittelbaren Einblick in die Praxis zu erhalten. Dass das Konzept überzeugte zeigt die Reaktion. Im nächsten Schritt will man sich länderübergreifend treffen und beraten, wie dieses Modell auch an Grundschulen anderer Bundesländer umgesetzt werden kann.

Weil in den Familien häufig nicht mehr gesungen wird, entwickelte Karl Zepnik, künstlerischer Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf, 2007 den Lehrgang „Lehrer singen, Kinder klingen“. An 20 Ausbildungstagen, verteilt auf zwei Schuljahre, erlernten Lehrer die Grundlagen des kindgerechten Singens, erhielten eine gezielte Stimmbildung und erlebten verschiedene Methoden, wie fantasiereich das Singen mit Kindern sein kann. Mit dem Abschluss dieser Ausbildung erwarben sie auch die Befähigung zur Leitung von „Chorklassen an Grundschulen“. „Chorklassen an Grundschulen“ wurde 2008 als Pilotprojekt im Regierungsbezirk Schwaben eingeführt, um zu erproben, wie sich das vertiefte Singen im Unterricht auswirkt. Bisher gab es im Rahmen des Projekts „Chorklassen an Grundschulen“ in Marktoberdorf, Markt Rettenbach, Hainsfarth, Lindau, Lindenberg i.A., Buxheim, Haldenwang, Kaufbeuren, Kaufbeuren-Neugablonz, Buxheim, Buchloe, Thalhofen, Füssen-Schwangau und Bobingen. 2013 endet das Projekt. Dann liegen auch die Ergebnisse einer Studie vor, die das Projekt evaluiert. Außerhalb dieses Projektes gibt es zwischenzeitlich bereits weitere Chorklassen im Regierungsbezirk Schwaben und seit dem Schuljahr 2010 auch im Regierungsbezirk Oberbayern, die die Absolventen des Lehrgangs „Lehrer singen, Kinder klingen“ in Abstimmung mit ihrem Schulleiter und der zuständigen Schulbehörde umsetzen.  

„Das macht uns stark“, lautet die klare Botschaft der Kinder, die zwei Jahre eine Chorklasse besucht haben und nun beim Chorklassentreffen auf der Bühne ihr Publikum faszinierten. Mit ihren Lieblingsliedern im Gepäck tanzten, spielten und musizierten sie und erwiesen sich als aufmerksame und neugierige Zuhörer. Selbstbewusst und sicher stimmten sie schließlich zum großen Finale gemeinsam Lieder aus der Singlok an, einem Liederkalender, den das Kultusministerium zum Schuljahr 2010/2011 kostenlos an alle 1. Klassen der Grundschulen in Bayern ausgab. Bernhard Hofmann, Professor an der Universität Augsburg und federführend an der Entwicklung dieses Liederkalenders beteiligt, war schlichtweg begeistert. Hofmann: „Diese Kinder sind voll bei der Sache. Das ist fantastisch!“

Die Tagung „Musik an Grundschulen“ war eine Veranstaltung des Netzwerks Musik in Bayern des Bayerischen Musikrats in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, der Regierung von Schwaben und der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. Das Chorklassentreffen im Rahmen dieser Tagung wurde maßgeblich vom Chorverband Bayerisch-Schwaben unterstützt.

Christiane Franke

Chorklassenkinder der Grundschule Sankt Martin in Marktoberdorf sind voll bei der Sache und nicht nur wenn es um Musik geht, sagen ihre Lehrerinnen.
 
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