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BILDER

Mit eigener Vorstellung ans Pult

16.03.2011

Erst Trockenübung, dann gleich vor einem kleinen Orchester. Geradezu rasant vollzieht sich der Einstieg in die Kunst der Ensemble-Leitung. „Sich vor die Gruppe stellen, anfangs vor allem noch mit den technischen Abläufen beschäftigt sein und dennoch die eigene Musikalität einbringen, dazu gehört vor allem Mut“, sagt Karl Zepnik. „Doch auch bei diesem dritten Kurs haben wir ausnahmslos junge Musiker“, so der künstlerische Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf, „die das tun, weil sie es wollen und weil sie eine Vorstellung haben. Das ist absolut ideal.“


Diese Grundhaltung schwebte Karl Zepnik vor, als er 2009 den Kurs Junior-Assistent Ensemble-Leitung konzipierte und erstmalig anbot. Seine oberste Priorität lautete, Jugendlichen eine Raum zu bieten, um den Wunsch, ein Ensemble zu leiten, zu erproben. Seit dem ersten Start bewarben sich mehr als 200 Jugendliche aus ganz Bayern um eine Teilnahme.

Zugelassen werden Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Zu den Eingangsvoraussetzungen zählt neben dem eigenen Bewerbungsschreiben vor allem die Empfehlung durch Lehrer an Schulen und Musikschulen oder durch Dirigenten in Vereinen. Die Fortbildung erstreckt sich auf drei Mal drei Kurstage. Hier erlernen die Jugendlichen Grundlagen der Dirigiertechnik und erwerben Basiswissen im Bereich Musiktheorie und Kulturmanagement. Am Ende folgt eine Prüfung in Theorie (Musiktheorie und Musikmanagement) und Praxis (Dirigieren). Nur wer im Endergebnis mindestens ein "gut" erzielt, darf dann auch den Titel "Junior-Assistent Ensemble-Leitung" führen. Erfolgreiche Absolventen der zurückliegenden Kurse leiten inzwischen kleine Schulensembles oder Orchester und Chöre in Vereinen.

In diesem Jahr erhielten 28 Jugendliche aus ganz Bayern eine Zusage. „Für die Schülerinnen und Schüler ist es außerdem eine einzigartige Chance, hier mit Gleichgesinnten aus ganz Bayern zusammenzukommen und sich mit ihnen zu messen“, unterstreicht Uwe Friedrich, neben Karl Zepnik Dozent im Fach Dirigieren. „Das spornt enorm an“, weiß der Gymnasiallehrer aus Coburg aus langjähriger Praxis. Friedrich: „In der Regel merkt man dann einen enormen Entwicklungssprung schon beim zweiten Kurs. Denn diese Jugendlichen üben zuhause, ohne dass man sie dazu groß auffordern muss. Das ist natürlich traumhaft. Und mit der technischen Sicherheit gelingt dann auch eine im Grunde sehr intime Sache: Durch Mimik, Gestik, Körperhaltung erfährt die Musik eine Art Katalysatorfunktion und ermöglicht individuellen musikalischen Ausdruck.“

Kurs 2 und 3 finden im Mai 2011 statt. Am Ende folgt dann die Abschlussprüfung und eine Abschlussfeier, die die Teilnehmer gestalten.
Christiane Franke
 
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