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Hautnah den Taktstock im Anschlag

05.05.2010

Klassik, Jazz, Bigband oder Blasmusik - stilistisch bewegen sich die 40 jungen Leute zwischen 15 und 18 Jahren auf unterschiedlichsten Feldern. Doch wenn sie zum Kurs „Junior-Assistent Ensembleleitung“ aus ganz Bayern in die Bayerische Musikakademie nach Marktoberdorf kommen, beschäftigt sie drei Tage lang nur ein Wunsch: hautnah zu fühlen, wie es ist, wenn man mit dem Dirigierstock vor ein Ensemble tritt. Und was für alle erstaunlich ist: es funktioniert, obwohl sich die Jugendlichen ganz und gar nicht gleichen.


Daniela, 15 Jahre, aus Erlenbach am Main
reist, um pünktlich zum Kursstart da zu sein, immer schon am Vorabend an. Doch das schreckt sie keineswegs. Sie will Schulmusik studieren und ein eigenes Ensemble leiten. Also nutzt sie jede Gelegenheit, neben Schule und Instrumentalunterricht in Geige und Klavier schon jetzt praktische Erfahrungen im Dirigieren zu sammeln. Sie sieht das als große Chance für ihre weitere Entwicklung an. Besonders spannend wird das, wenn die Teilnehmer in Marktoberdorf einen Chor oder ein Orchester bilden und Daniela dann den Taktstock hebt.

Maximilian, 14 Jahre, aus München
ist der jüngste Teilnehmer mit ganz klarer Vorstellung: er will Dirigent werden. Das weiß er schon seit vielen Jahren und geht gezielt an die Verwirklichung. Er spielt Cello und Klavier, ist Mitglied im Jugendorchester der Bayerischen Staatsoper, komponiert Filmmusik und hat schon erste Kontakte zu einem Dirigierprofessor an der Musikhochschule München geknüpft. Und weil neben dem „Learning by doing“ das Zuschauen ebenso wichtig ist, besucht er regelmäßig Sinfoniekonzerte, um den Großen Stardirigenten sprichwörtlich auf die Finger zu schauen.
 
Wolfgang, 17 Jahre aus Traunstein,
ist ein Multitalent und in seiner Schule vielseitig engagiert. Er spielt Violine, Klavier, Orgel, ist Mitglied im Landesjugendorchester und sang unlängst die Titelpartie in Webbers Musical „Joseph“. Musik ist sein erwähltes Berufsfeld, im Kurs erprobt er, ob die Position des Dirigenten ihn reizt.

Amelie, 15 Jahre aus Augsburg
entdeckte 2001 die Musik für sich. Seither hat sich das Leben der Cellistin und Pianistin grundlegend geändert. „Es macht einfach so viel Spaß mit anderen zu musizieren und so viele neue Freunde kann man gewinnen, denn Musik verbindet - auch mit anderen Nationen! Deshalb bin ich auch auf die Idee gekommen einmal vor einem Ensemble oder Chor oder Orchester zu stehen und ihnen beizubringen, was Musik bedeutet und wie mächtig sie eigentlich ist.“

Stefanie, 16 Jahre, aus München
spielt seit siebeneinhalb Jahren Klavier, sagt aber von sich: „…ich bin auf jeden Fall eher die Sängerin“. Stefanie erzählt: Ein Klassenkamerad hat mich einmal gefragt: „Wieso macht ihr das eigentlich? Wochenlanges Proben, die ganze Vorbereitung und dann auch noch die Aufregung?“ „Weil wir es lieben“ , sagte ich. Hätte ich ihm alles näher erklärt, hätte er es sicher nicht verstanden.

Alexander, 16 Jahre, aus Poing
fasziniert es, Werke auf seine Weise zu interpretieren und mit anderen aufzuführen. Das notwendige Rüstzeug will er dafür in Cambridge als „organ-scholar“ erwerben. Bis es soweit ist, macht er sich auf der Orgel fit für die C-Prüfung, absolviert ein Praktikum  im Staatstheater am Gärtnerplatz in München und sammelt erste Erfahrungen am Dirigentenpult in den Ensembles, in denen er selbst aktiv mitwirkt.



Infos zum aktuellen Kurs
Drei mal drei Tage kommen Jugendliche aus ganz Bayern in die Musikakademie, um erste Erfahrungen im Leiten von Ensembles zu sammeln.
 
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